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Japan II Meiji-Schrein mit Shintō -Hochzeit

Verantwortlicher Autor: Ekkehard Boldt Tokio, 15.03.2021, 15:27 Uhr
Presse-Ressort von: medien-Boldt Bericht 5895x gelesen
Einheimischer Tourist mit Sake-Fässer am Meiji-Schrein
Einheimischer Tourist mit Sake-Fässer am Meiji-Schrein  Bild: Ekkehard Boldt

Tokio [ENA] Zur Geschichte: Während der Meiji-Zeit wurde die Außenpolitik Japans modernisiert. Japan betrat die internationale Bühne und begann mit einer expansiven Außenpolitik. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die außenpolitischen Verhältnisse durch kulturelle Unterschiede und Tributverhältnisse in Ostasien ...

...gekennzeichnet. Um den Fortbestand des Staates zu sichern und im Weltgeschehen eine Rolle spielen zu können, wurden Gesellschaft, Politik, Militär und Wirtschaft nach westlichem Vorbild neu geordnet und Japan stieg zur imperialen Großmacht auf. Bis zum Ende der Regentschaft des Kaisers war Japan nicht nur eine Industrienation, sondern auch militärisch so stark, dass es 1904/05 Russland besiegte.

Der zu Ehren des Meiji-Kaisers Mutsuhito (1852-1912) und Kaiserin Shōken gewidmeten Seelen erbaute Shintō-Schrein ist im Tokioter Stadtbezirk Shibuya nahe dem Bahnhof Harajuku gelegen. Begraben ist der Meiji-tennō hingegen auf dem Fushimi-momoyama im Süden von Kyoto. Der Schrein auch Meiji-jingū genannt, ist ein schönes Beispiel dezenter Shinto – Architektur er ist ein religiöser Ort, der noch heute aktiv ist.

Der Schrein des Shinto-Kultes setzt sich aus verschiedenen Gebäuden zusammen, von denen der Kagura-den, ein Musik- und Tanzsaal, 1990 errichtet wurde. Um dorthin zu gelangen muss man den Wald durchqueren, der ihn umgibt und unter dem wunderschönen Zypressentor (Torii) vorbei, welches sich auf er Schwelle zum Gelände erhebt. Torii sind Elemente der traditionellen japanischen Architektur und als solche reale oder symbolische Eingangstore eines Schreins.

Das Original von 1920 wurde 1945 bei Luftangriffen zerstört, doch der heutige Nachbau ist davon nicht zu unterscheiden. Die Kieswege und Höfe der Anlage sind Schauplatz von Kulturveranstaltungen, wie No-und Kyogen-Theater, höfischen Tänzen, Konzerten, Ritterspielen und Ausstellungen, die von Kaligraffien bis zu Eisskulpturen reichen. Der Meiji-Schrein ist vielleicht der beliebteste in Tokio und ist zur Neujahrszeit der Meistbesuchte Schrein in Japan - mit ca. 5 Millionen Besuchern in wenigen Tagen. Die von Spenden finanzierten neuen Kupfer-Dächer machen im Sonnenschein einiges her.

Bild:Ekkeher Boldt
Paar in traditioneller Tracht Vorplatz Meiji-Schre Quelle: Ekkehard Boldt
Meiji-jingū Quelle: Ekkehard Boldt

Wie Weihezeremonien und viele andere im Schrein vollzogene Rituale werden die meist samstagsnachmittags stattfindenden Shinto Hochzeiten- und Prozessionen in ruhiger Formalität und dezenter Tracht vollzogen. Für Besucher ein Erlebnis. Die shintoistische Hochzeit ist eine moderne Erfindung. Die erste Erwähnung einer Hochzeit in einem Shinto-Handbuch erfolgte 1872; Hochzeiten werden erst in den 1880er Jahren gemeldet. Diese Hochzeiten waren auf die Familien der shintoistischen Priester beschränkt. Frühere shintoistische Hochzeiten waren ein Familientreffen ohne religiöse Bedeutung, abgesehen vom gelegentlichen Auftreten von Tänzerinnen, Katsurame , die die Braut vor Dämonen schützen sollen.

shintoistische Hochzeit Quelle: Ekkehard Boldt
shintoistische Hochzeit Quelle: Ekkehard Boldt
shintoistische Hochzeit Quelle: Ekkehard Boldt

Die ursprüngliche Religion Japans, der Shintoismus, in dem die Kräfte der Natur verehrt werden, bedeutet wörtlich „Weg der Götter”. Der Glaube begründet sich auf der Verehrung der Kami. Kami bedeutet wörtlich „den Menschen überlegen” und wird meist mit „Gottheit“ oder „Geist“ übersetzt. (Wikipedia) Shintō und Buddhismus, die beiden in Japan bedeutendsten Religionen, sind aufgrund ihrer langen gemeinsamen Geschichte nicht immer leicht zu unterscheiden. Als wichtigstes Merkmal, das die beiden religiösen Systeme trennt, wird oft die Diesseitsbezogenheit des Shintō angeführt. Darüber hinaus kennt das klassische Shintō keine heiligen Schriften im Sinne eines religiösen Kanons, sondern wird weitgehend mündlich überliefert.

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